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Eine Nachricht an Meinen Liebsten zum Valentinstag

Mein Liebster,

Heute ist Valentinstag.

Ich habe keine Blumen oder etwas Süßes. Das einzige, was ich dir bieten kann, ist mein Herz.

Ich habe Brustkrebs.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dich das alles sehr traurig macht. Und verängstigt. Du dich hilflos fühlst, vor allem hilflos. Du weißt nicht was du sagen oder tun sollst, damit es mir besser geht. Ich kann das verstehen. Und ich weiß das auch sehr zu schätzen. Wirklich. Aber ich habe einige Anliegen an dich…

Erstens: Bitte respektiere, dass mein Brustkrebs genauso einzigartig ist, wie ich. Ich meine das nicht nur im medizinischen Sinne. Du sollst sehen und fühlen, dass der Krebs einzig und allein meiner ist, sowohl emotional und finanziell als auch physisch und in jeder anderen möglichen Weise.

Kannst du das akzeptieren?

Nochmal: Ich weiß, dass du nur versuchst, mir zu helfen. Aber bitte, bitte erzähle mir nicht, wie dein Freund (oder der Nachbar oder deine Nichte) die Krebserkrankung durch X,Y oder Z besiegen konnte. Und erzähle mir bitte auch nicht, dass das Einzige, was mich von der Heilung abhält, der Grund ist, dass ich nicht dasselbe tue.

Weißt du was? Ich habe vermutlich schon X, Y und Z versucht, nur um dann festzustellen, dass mein Brustkrebs weiterhin besteht. Oder aber ich kann und will nicht, bzw. kann es mir nicht leisten, die Dinge zu tun, die bei jemand anderem funktioniert haben. Ich stehe immer wieder im Zwiespalt, wenn ich von deinem Freund (oder dem Nachbar oder der Nichte) höre. Ich freue mich für sie, frage mich gleichzeitig aber auch, ob ich in diesem Sinne fehlerhaft oder kaputt bin.

Es ist nicht deine Absicht, ich weiß. Aber ich kann nichts dafür. So fühle ich halt, auch wenn du es durch mein aufgezwungenes Lächeln im Gesicht wahrscheinlich gar nicht wissen würdest.

Wenn ich schon über das Lachen spreche – es gibt Tage, an denen ich keine Lust habe zu lachen. An diesen Tagen möchte ich nichts pinkes tragen oder eine starke Kämpferin sein. Ich möchte nicht nur die positiven Seiten sehen. Ich möchte auch mal schreien oder weinen, reden oder einfach nur schweigen. Und ich möchte dich, ich BRAUCHE dich – bei mir. Lass mich durch die Frustration und Angst einfach weinen, bis mein Körper zusammenkrampft. Hör zu, hör mir einfach bei allem was ich zu sagen habe, zu und bleibe schweigend an meiner Seite.

Wir müssen gemeinsam in unserer Verwundbarkeit weiterleben. Ohne dass du versuchst, die Verwundbarkeit oder mich zu retten. Ohne dass du mir sagst, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Ohne dass du mir sagst, dass mein Krebs Teil eines Plans von jemandem ist. Oder dass nach jedem Sturm ein Regenbogen kommt. Bitte sag solche Dinge niemals zu mir oder überhaupt zu jemandem, der krank ist oder einen Verlust jeglicher Art erleidet. Der einzigen Person, der solche Äußerungen helfen, ist diejenigen, jene, die es sagt. Es tut mir leid, dass ich jetzt so direkt bin… das ist aber die Wahrheit.

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So wie du mich in meiner Realität am Leben lassen musst, musst du mich auch in deiner Realität am Leben lassen. Gib es ruhig zu, dass du nicht weißt, wie du mir helfen kannst oder was du sagen sollst. Sag mir, wie hilflos du dich fühlst. Und ängstlich und frustriert. Ich bin stark, ich schaffe das schon. WIR schaffen das. Aber nur, wenn wir beide ehrlich zueinander sind. Brustkrebs. Ich weiß dieses Wort ist beängstigend. Ich weiß auch, dass du dich am liebsten vor mir verstecken und mich ignorieren möchtest. Ich bin aber immer noch ich und du bist immer noch du. Bitte lasse das durch ein einziges Wort auch nicht ändern.

Ich habe dir heute mein ganzes Herz ausgeschüttet. Alles was ich jetzt von dir möchte, ist dein Herz.

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