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Durch PET/CT und Knochenszintigrafien Durchschlagen

“Mama? Wie fühlt es sich eigentlich an, radioaktiv zu sein? Ist das cool?!? – Julian, 10.

Ich hatte großes Glück, dass mein Onkologe von meiner Krankenversicherung die Durchführung eines Ganzkörper-Scan bewilligt bekam (einige Versicherungsgesellschaften lehnen diese oft ab, da sie sehr kostspielig sind…), um meinen ganzen Körper nach „Hot Spots“ zu untersuchen. Mit den „Hot Spots“ meine ich jetzt allerdings nicht die neusten Restaurants in der Stadt… ein solcher „Hot Spot“ auf meinen Befundbildern ist nämlich gar nichts Gutes… Natürlich hatte ich Angst vor den ganzen Untersuchungen. Schlimmer wurde es, als ich dann die nuklearmedizinische Abteilung am Cedars-Sinai betrat und mir an jeder einzelnen Maschine nur noch Totenköpfe vorstellte. Dazu kam noch, dass das Pflegepersonal so aussah, als würden sie so etwas wie Astronautenanzüge tragen.

Das wird auf Sie zukommen:

Screen Shot 2017-09-10 at 8.15.05 AM

PET/CT

Zwei Tage vor der Untersuchung sollte ich körperliche Belastungen weitestgehend vermeiden und mich lediglich begrenzt ernähren. Direkt nach meiner Ankunft im Krankenhaus wurde mir dann eine radioaktiv markierte Substanz injiziert, welche langsam in meinen Körper eindrang. Anschließend saß ich in einer Art “Ruheraum” (nur mal so nebenbei: dort ist es alles andere als ruhig) und trank einen dickflüssigen Jod-Shake, wodurch der Kontrast in den Aufnahmen optimiert werden sollte.

Screen Shot 2017-09-10 at 8.04.39 AM

Eine Stunde später wurde ich in einen weiteren Raum gebracht (dieser war mit vielen gruselig aussehenden Geräten gefüllt). Das medizinische Personal verschwand direkt (wer möchte sich schon neben einem radioaktiven Körper aufhalten), als ich für die nächsten 90 Minuten in eine röhrenförmige Maschine eingeführt wurde. Menschen mit Platzangst müssen sich hier gedanklich wirklich gut ablenken und einfach nur beten, dass die Untersuchung so schnell wie möglich ein Ende hat. Es tut nicht weh und ist physisch gesehen nicht schmerzhaft oder unangenehm – es ist einfach nur reine Kopfsache. Aber solche mentalen Gedankenspiele ziehen sich wie ein roter Faden durch den Krebs. Ich hatte mich durch die Krankheit nie krank oder schwach gefühlt (ich wusste ja nicht mal, dass ich darunter leide). Aber wenn dir dann erst einmal gesagt wird, dass dieser Mist in deinem Körper wächst, fällst du in ein dunkles, tiefes Loch. Ständige Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen usw. machen einen unsicherer und werfen zusätzliche Fragen auf. Nach der Untersuchung soll man sich grundsätzlich von kleineren Kindern und schwangeren Frauen fernhalten, weil der Körper 10 Stunden nach der Behandlung weiterhin radioaktiv ist. Es fühlt sich sehr komisch an… dein Körper fühlt sich zwar leicht angeschwipst an, aber im Gegensatz zu dem was Julian dachte, hatte ich nicht die Superkräfte von Spiderman, um Wände hochzugehen. Das wäre natürlich richtig cool… stellen Sie sich das mal vor!

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Knochenszintigrafie

Zwei Tage nach dem PET/CT fand meine Knochenszintigrafie statt. Nochmal derselbe Spaß… Dieses Mal musste ich aber drei Stunden zwischen der Injektion der radioaktiv markierten Substanz und der eigentlichen Untersuchung warten. Ich hatte alles dabei: Meinen Laptop, Snacks, Ladegeräte und verbrachte die Zeit dann in der „Erholungseinrichtung für Patienten“. Haha… wer denkt sich eigentlich immer diese Namen aus!?!? Die Untersuchung dauerte etwa eine Stunde und war weniger beengend. Ich lag auf einer speziellen Liege und schaute zu, wie sich die Maschine langsam drehte und sich die ganze Zeit buchstäblich mit einem Abstand von nur 5cm von meinem Körper entfernte. Es fühlte sich komisch an, als das Gerät meinen Kopf gescannt hatte, weil es immer höchstens zwei Zentimeter von meinem Körper entfernt war. Ich hatte Probleme beim Atmen, musste aber versuchen, ganz still liegen zu bleiben. Ich schloss einfach meine Augen und versuchte mit aller Kraft, an schöne Sachen zu denken.

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Der bei weitem schlimmste Teil der Untersuchung war im Allgemeinen der Aufenthalt in der Abteilung für Nuklearmedizin. Sie war voll von besorgten Menschen… einige waren zweifellos sehr krank, andere sahen etwas gesünder aus. Aber alle Patienten und auch das Pflegepersonal hatten diesen unverwechselbaren Geruch von Angst und Besorgnis, der an allen Wänden dieser Räumlichkeiten haftete. Schei*-Krebs!

Das schöne der ganzen Sache war: Alle Befunde waren negativ, was hieß: Ich war frei von den vorher beschriebenen „Hot Spots“! Praktisch gesehen war ich also krebsfrei! Wir haben keine negativen Überraschungen erwartet, aber ganz ehrlich? Wenn man 4 Monate lang nur schlechte Nachrichten von den Ärzten erhält, macht man sich für den Fall der Fälle auf die schlimmsten Situationen gefasst…

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Wenn ich jetzt an mein ganzes Behandlungsteam zurückdenke: an meine Spezialistin für Brustchirurgie, den plastischen Chirurgen, die Krankenschwestern, die Assistenten im Aufwachraum, den Anästhesisten, den Pneumologen, den Radiologen, den Onkologen sowie die Krankenschwestern, die zuständigen Assistenten für Mammographien und Ultraschalle, den Arzt meiner Biopsie, die Arzthelfer und Arzthelferinnen der Onkologie für all die Terminvereinbarungen, den Physiotherapeuten, den Nuklearmediziner, den Forschungsärzten medizinischer Studien, all die verschiedenen Spezialisten für die Erst-, Zweit-, Dritt-, Viert- und Fünftmeinungen, die Rezeptionisten und die vielen Menschen, die ich auf dieser langen Reise getroffen habe. Ich bin unendlich dankbar und fühle mich so geehrt. Solch eine unerwartete Portion von Krebs kann einen regelrecht auf die Knie zwingen… und diese fantastischen Menschen haben sich immer um mich gekümmert. Wenn ich daran denke, dass sie das jeden Tag tun, so viele Menschenleben retten und Herzen berühren… einfach nur unglaublich!

Mein bester Ehemann, du warst so unfassbar toll. Das ist aber keine Überraschung. Du bist die liebenswürdigste Person, die ich kenne und genau aus diesem Grund habe ich DICH geheiratet. Deine bedingungslose Liebe, Unterstützung, Freundlichkeit und Fürsorge mir gegenüber ist eine der größten Lebenslektionen, die du unseren Kindern jemals vorgelebt hast. Wir sind alle so glücklich, dich zu haben.

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