Copy to Share

[wpbitly]

Subscribe: Newsletter

Get the latest updates from Pink Lotus Power Up!

[gravityform id=”30″ title=”false” description=”false” ajax=”true”]

Subscribe to
Cancer-Kicking! PowWow

Or subscribe with your favorite app by using the address below

BRCA Genmutationen

Im Jahre 2013 werden schätzungsweise 232.340 neue invasive Brustkrebs- sowie 64.640 in situ (präinvasive) Krebsfälle, darunter 40.030 Todesfälle erwartet. Etwa 2240 dieser Krebsarten würden mit ca. 410 Todesfällen bei Männern auftreten. Zudem vermuten wir in diesem Jahr 22.240 Diagnosen mit Eierstockkrebs sowie 14.030 Sterbefälle.

Lediglich 5-10% der Brustkrebs- und 14% der Eierstockkrebserkrankungen sind auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen. So lässt sich folgern, dass eine Mutation von einem der beiden Elternteile ein unkontrollierbares Krebswachstum auslösen könnte. Die am häufigsten auftretende Genmutation, auf die wir testen können, ist die in den 1990er Jahren entdeckte BRCA-Mutation.

Wissenswertes zur BRCA-Mutation

  • BRCA steht für BReast CAncer. BRCA-Gene dienen zur Bekämpfung von Krebs, wenn dieser in Ihrem Körper ausbrechen sollte. Einige Familien jedoch tragen mutierte oder defekte BRCA-Gene in sich, die von einer Generation an die nächste vererbt werden können.
  • Frauen, mit einer BRCA-Mutation haben ein Brustkrebsrisiko von bis zu 87% sowie eine Wahrscheinlichkeit von 54%, um an Eierstockkrebs zu erkranken (im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung: 12% Brust- und < 1% Eierstockkrebs).
  • Auch wenn die Zahlen sehr abschreckend sind (was sie auch wirklich sind!), ist das Risiko einer Frau an keinem Tag ihres Lebens so hoch wie oben aufgeführt. Die folgende Tabelle (von King, et.al.) listet die Risiken, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken, nach Lebensjahren auf und vergleicht diese mit den Risiken für Brustkrebs in der Gesamtbevölkerung:

Risiko           Allg. Bev.      BRCA1         BRCA1           BRCA2            BRCA2

nach Alter     (Brust)       (Brust)     (Eierstöcke)        (Brust)           (Eierstöcke)

30                0.06%             3%               0.00              0.06%               0.00

40                0.46%             21%               3%                  17%                   2%

50                1.86%             39%               21%                34%                   2%

60                4.26%             58%              40%                48%                   6%

70                7.66%             69%               46%                74%                   12%

80               11.36%            81%               54%                85%                   23%

  • Männer können diese Mutation vererbt bekommen und haben durchschnittlich ein Brustkrebsrisiko von bis zu 8% (gegenüber 1:1000 der Allgemeinbevölkerung). Zudem besteht ein Risiko von 20%, um an Prostatakrebs zu erkranken (im Vergleich zu 14% in der Allgemeinbevölkerung).
  • BRCA2 wird mit folgenden weiteren Krebsrisiken assoziiert: Prostata, Melanom und Pankreas (ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs wurde bislang nicht erwiesen, wird jedoch von einigen Studien angenommen).
  • Von den BRCA1-TrägerInnen mit Brustkrebs, haben 85% einen aggressiveren “dreifach negativen” Subtyp (gegenüber 15% der Gesamtbevölkerung).
  • Lediglich 5-10% der Brustkrebs- und 14% der Eierstockkrebserkrankungen sind auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen – die übrigen nicht.
  • Das allgemeine Risiko für eine BRCA-Mutation liegt bei 1:500; das der aschkenasischen Juden hingegen bei 1:40.
  • Etwa 19 Millionen Menschen der USA haben eine familiäre Vorgeschichte bezüglich einer Brust- und Eierstockkrebserkrankung, welche im Rahmen der sogenannten US Preventive Services Task Force die Kriterien eines Gentests bei erblich bedingtem Krebs, erfüllen. Somit haben die Betroffenen eine Chance von 5-10%, die Genmutation in sich zu tragen. In diesem Jahr wurden lediglich 1% getestet. Würden sich jedoch alle 19 Millionen Menschen diesem Test unterziehen, so hätten etwa 1 Million von ihnen eine BRCA-Mutation.
  • Der Test kann entweder mittels einer Blutabnahme oder einer Mundspülung erfolgen und mit dem Color Hereditary Cancer Test ganz einfach von Ihrem Zuhause aus durchgeführt werden.

8 Warnzeichen einer möglichen BRCA-Mutation:

Nehmen Sie am folgenden Quiz teil, um Ihr persönliches Risiko einer BRCA-Mutation einzuschätzen.

  • Verwandte ersten, zweiten und dritten Grades (mütterlicher- oder väterlicherseits) mit Brustkrebs vor dem 50. Lebensjahr oder Eierstockkrebs in jedem Alter;
  • Aschkenasisches jüdisches Erbgut (Aschkenasen sind osteuropäische Juden aus Deutschland, Polen, Litauen, der Ukraine und Russland. Sephardische Juden kommen vorwiegend aus Spanien, Teilen Frankreichs, Italiens und Nordafrikas);
  • Jeder männliche Verwandte mit einer Brustkrebserkrankung
  • Jeder Verwandte, der Träger einer BRCA-Mutation ist (das Kind der betroffenen Person hat ein Risiko von 50%, die Mutation vererbt zu bekommen)
  • Brustkrebs bei Ihnen selbst (vor dem 50. Lebensjahr);
  • Zwei Brustkrebserkrankungen bei Ihnen selbst (unabhängig vom Alter);
  • “Dreifach-negativer” Brustkrebs bei Ihnen selbst;
  • Zwei oder mehr Familienmitglieder mit Brust-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata-, Haut-, Gebärmutter-, Dickdarm- und Magenkrebs (dies umfasst auch mögliche Genmutationen, die nicht BRCA bedingt sind und mit Brust- oder Eierstockkrebs in Zusammenhang gebracht werden).

Pink Lotus Folgen

Instagram
Pinterest
YouTube
Vimeo

Pink Lotus Folgen

Instagram
Pinterest
YouTube
Vimeo

Versicherungs- und Datenschutzrechtliche Bedenken

  • Das sogenannte HIPAA-Gesetz (“Health Insurance Portability and Accountability Act of 1996”) von 1996 untersagt Gruppenversicherungen in den Vereinigten Staaten, genetische Informationen als eine “bereits zuvor bestehende Vorerkrankung” zu betrachten oder diese verwenden, um den Betroffenen den Krankenversicherungsschutz zu verweigern oder einzuschränken. Zudem verhängt die HIPAA Strafen bei Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht.
  • Das im Jahre 2008 erlassene GINA-Gesetz („Genetic Information Nondiscrimination Act), gewährleistet den Menschen sowohl in individuellen- als auch in Gruppenkrankenversicherungen den Schutz vor genetischer Diskriminierung. Arbeitgebern ist es untersagt, genetische Informationen bei der Einstellung, Entlassung sowie bei Arbeitsaufträgen und der Beförderung ihrer Mitarbeiter zu verwenden. Darüber hinaus untersagt GINA den Krankenkassen und Arbeitgebern, einen Gentest von einer Person zu verlangen oder zu fordern, dass sich ein Individuum einem Gentest unterzieht.
  • Bisher wurden keine Anzeichen einer Diskriminierung von Lebensversicherungen in Anlehnung an BRCA1- und BRCA2-Tests ausfindig gemacht.

Unser YouTube Kanal

4+ Millionen Aufrufe. Sehen Sie sich unser aktuelles Video an und abonnieren Sie unseren schnell wachsenden YouTube-Kanal.

Maßnahme-Optionen für BRCA-Träger

Herangehensweise des PLBC

Sobald wir zum ersten Mal eine Patientin mit einer erst kürzlich diagnostizierten BRCA-Mutation kennenlernen ist es zunächst unser unmittelbares Ziel, so viele Informationen wie möglich über ihre Persönlichkeit und Haltung bezüglich der Thematik zu erhalten. Dabei stellen wir unter anderem folgende Fragen:

Inwiefern hat die Krebserfahrung betroffener Verwandter oder Freunde ihre Sichtweise auf die Behandlungen und Nebenwirkungen beeinflusst? Ist sie Hetero-, Homo- oder Bisexuell? Befindet sie sich in einer stabilen Beziehung und ist sie verheiratet oder ledig? Hat sie bereits mit dem Kinderwunsch abgeschlossen? Wenn nein, wünscht sie sich Kinder? Ist das Stillen von großer Bedeutung? Ist es notwendig, über das Einfrieren von Eizellen oder Embryonen nachzudenken, wenn sie zwischen 30 und 40 Jahre alt ist? Wie viel bedeuten ihr die Brüste im Hinblick auf das äußerliche Erscheinungsbild, der Sexualität und Lust sowie der Definition ihrer Weiblichkeit? Um welches gefährdete Organ macht sie sich mehr Sorgen: Brüste oder Eierstöcke? Warum?

Für BRCA-Träger gibt es zwei wesentliche Strategien: Überwachung und eine Operation.

  • Die Überwachung umfasst eine Kombination von bildgebenden Verfahren und Tastuntersuchungen sowie gegebenenfalls die Einnahme von risikoreduzierenden Medikamenten.
  • Operative Eingriffe haben die Entfernung der gefährdeten Organe zur Folge, nämlich der Brüste und Eierstöcke.

Überwachung der Brüste und Eierstöcke

BRCA Plan für Frauen (vom Pink Lotus Breast Center, kurz: PLBC)

Beginnend ab dem 18. Lebensjahr oder wenn Sie 10 Jahre jünger als Ihre jüngste Verwandte mit Brustkrebs sind, sollten Sie sich alle 3 Monate einer Tastuntersuchung oder einer Untersuchung auf Basis einer Brustbildgebung unterziehen. Im Folgenden finden Sie einen exemplarischen Plan:

  • 1. Monat: Mammographie (ab dem 30. Lebensjahr); Ultraschall-Screening der gesamten Brust (ab dem 18. Lebensjahr)
  • 4. Monat: Klinische Brustuntersuchung durch einen Brustspezialisten
  • 7. Monat: Brust-MRT (ab dem 25. Lebensjahr); zeitlich abgestimmt auf den Menstruationszyklus der Tage 7-10 (Tag 1 ist der Tag, an dem die Monatsblutung beginnt); kontrastverstärkte spektrale Mammographie für diejenigen, die kein MRT haben können.
  • 10. Monat: Klinische Brustuntersuchung durch einen Brustspezialisten
  • Jeden Monat: Selbständige Tastuntersuchung der Brust (Zyklustage 7-10). Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie man eine Selbstuntersuchung der Brust durchführt, dann sehen Sie sich bitte unser hilfreiches Lehrvideo an.

Für jene, die eine halbjährliche Vorsorgeuntersuchung bevorzugen, kombinieren wir die bildgebenden Untersuchungen mit klinischen Tastuntersuchungen und finden uns alle 6 Monate wieder zusammen.

Die Überwachung der Eierstöcke beginnt im Alter von 30 Jahren oder 10 Jahre vor der jüngsten Verwandten mit Eierstockkrebs und umfasst folgende Maßnahmen:

  • Transvaginaler-Ultraschall (Zyklustage 1-10)
  • CA 125-Tests im Abstand von 6 Monaten (nach dem 5. Zyklustag)
  • Beckenuntersuchung durch den Gynäkologen im Abstand von 6 Monaten

BRCA2-Ergänzungen (vom PLBC)

  • Vollziehen Sie mit 35 Jahren ein jährliches MRT der Bauchspeicheldrüse, einschließlich der Untersuchung Ihrer Blutwerte für die Leberfunktion und den Bauchspeicheldrüsenenzymen.
  • Beginnen Sie ab dem 25. Lebensjahr mit den jährlichen Haut- und Augenuntersuchungen auf Melanome.

BRCA- Plan für Männer (vom PLBC):

  • Ab dem 35. Lebensjahr: jährliche klinische Brustuntersuchung
  • Ab dem 35. Lebensjahr: monatliche Selbstuntersuchung der Brust
  • Ab dem 40. Lebensjahr: eine Mammographie als Voraufnahme („baseline“)
  • Ab dem 40. Lebensjahr: jährliche Prostata- und PSA-Untersuchungen

BRCA2-Ergänzungen wie oben bereits aufgezeigt

Risikoreduzierende Medikamente (Chemoprävention)

Orale Verhütungsmittel (Antibabypille):

  • Reduzieren das Risiko für Eierstockkrebs um bis zu 60%.
  • Diese Reduktion nimmt mit Dauer der Anwendung zu. Sofern bekannt, steigt das Brustkrebsrisiko eines BRCA1- bzw. BRCA2-Trägers mit der Einnahme einer Antibabypille nicht. Einige Studien weisen jedoch auf einen Anstieg des Brustkrebsrisikos bei Frauen hin, die vor der ersten Schwangerschaft orale Verhütungsmittel einnahmen.

Tamoxifen:

  • Eine Antiöstrogen-Pille, die Östrogenrezeptoren im gesamten Körper blockiert
  • Wenn einmal Brustkrebs diagnostiziert wurde, verringert Tamoxifen den Brustkrebs in der anderen Brust sowohl mit einer BRCA1- als auch mit einer BRCA2-Mutation um 50%.
  • Reduziert das erstmalige Brustkrebsrisiko bei BRCA2 (nicht BRCA1) um bis zu 62% (NSABP-P1-Studie)
  • Nebenwirkungen (Wechseljahresbeschwerden): Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, verminderte Libido, vaginale Trockenheit, Stimmungsschwankungen (siehe Menopause Miracle, um diesen Symptomen entgegenzuwirken)
  • Komplikationen: Blutgerinnsel, Schlaganfall, Gebärmutterkrebs

Prophylaktische Operationen

Prophylaktische (“präventive”) Bilaterale (“doppelte”) Mastektomie

  • Definition von “prophylaktisch”: Maßnahmen zur Abwehr oder Prävention von etwas, insbesondere einer Krankheit; schützend.
  • Eine prophylaktische Mastektomie reduziert das künftige Brustkrebsrisiko auf weniger als 10%. Mit einer technisch hochwertigen Mastektomie jedoch könnte das Risiko auf unter 2% liegen, selbst wenn die Brustwarzen erhalten werden sollen.
  • Was wäre das ideale Alter? Hier die Antwort: Wenn die betroffene Person 10 Jahre jünger als die jüngste Verwandte mit Brustkrebs oder zwischen 30-40 Jahre alt ist oder nach Wunsch der Patientin auch früher. Warum jedoch die „10-Jahre-Empfehlung“? Wissenschaftliche Studien ergaben, dass die Verdopplungsrate einer Krebszelle in einem solchen Ausmaß ist, dass die erste Zelle mit hoher Wahrscheinlichkeit 5-8 Jahre vor dem Zeitpunkt mutierte, an dem der Krebs überhaupt entdeckt oder diagnostiziert werden konnte. Die „10-Jahre-Empfehlung“ hat also die Intention, den Krebs bereits vor dem Ausbruch zu stoppen.
  • Neue Technik #1: Sowohl im Brustzentrum Pink Lotus als auch in vielen Einrichtungen unserer Kollegen, sind die Zeiten des „Aufschlitzens“ über den gesamten Brustbereich oder einer unrealistischen „Grapefruit“ (das Ziel war eigentlich, dass sie der schönen hängenden Brust ähneln sollte, die ursprünglich an ihrer Stelle war), vorüber. Durch lediglich minimale Schnitte während einer Nippel-sparenden Mastektomie, hautsparenden Mastektomie oder Areola-Rekonstruktion, sowie durch heute zur Verfügung stehende onkoplastische Techniken, kann sich eine Frau in ihrer eigenen Haut wieder sexy und stark fühlen.
  • Neue Technik #2: Ein „Nipple Delay“ sollte dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Brustwarzen nach einer Nippel-sparenden Mastektomie einem hohen Risiko für eine Erkrankung oder einer unzureichenden Blutversorgung ausgesetzt sind. Der Eingriff wird 1-2 Wochen vor den eigentlich bevorstehenden Mastektomien auf Basis des vorgesehenen Mastektomie-Einschnittes durchgeführt, indem die Hälfte der Brusthaut von der Brustoberfläche abgehoben wird. Zudem wird ein kleiner Teil des Gewebes direkt hinter der Brustwarze und dem Warzenhof entfernt und von einem Pathologen untersucht. Auf diese Weise soll ausgeschlossen werden, dass direkt hinter den Brustwarzen eine Erkrankung vorliegt, die den Erhalt der Brustwarzen gefährden würde. Des Weiteren wird der entsprechende Bereich zusätzlich durchblutet, was die Wahrscheinlichkeit eines Brustwarzen- und Hautverlusts aufgrund einer unzureichenden Blutversorgung nach der Mastektomie verringert lässt. Die Behandlungsmethode, welche seit 2008 im Einsatz ist, zeigt einen deutlichen Rückgang des Brustwarzen- und Hautverlusts nach der Mastektomie auf weniger als 2%.
  • Neue Technik #3: Grundsätzlich wird immer dann, wenn eine Brust Krebs enthält und die Lymphknoten der Achselhöhle während der Untersuchung nicht tastbar sind, routinemäßig eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie durchgeführt. Anhand dieser Art von Biopsie werden die ersten Lymphknoten, welche als erste im Lymphabflussgebiet des Tumors liegen, entfernt. Die Wahrscheinlichkeit, Krebs in einer prophylaktisch entfernten Brust zu identifizieren, liegt zwischen 2-8%. Die Patientin einer prophylaktischen Mastektomie hat in der Regel zwei Optionen: 1) Die Entfernung der/des Sentinel-Lymphknoten/s, falls Krebszellen in der Brust gefunden werden, oder 2) Keine Entfernung der Sentinel-Lymphknoten. Dieses bestehende Problem wurde mit einer neuen Technik durch das Brustzentrum Pink Lotus, der so genannten Prophylactic Breast Dye Injection (PBDI), gelöst. Auf Grundlage dieses neuen Verfahrens kann der Sentinel-Lymphknoten zwar identifiziert werden, eine operative Entfernung ist jedoch nicht essenziell, was den Frauen mehr Sicherheit und Kontrolle gibt.
  • Die verschiedenen Varianten der Rekonstruktion hängen vom gewünschten ästhetischen Ergebnis, dem Habitus, dem allgemeinen Gesundheitszustand, vorangegangenen Brustoperationen und der Strahlenbelastung ab. Zu den beiden großen Kategorien der Rekonstruktion gehören Implantate und Hautlappen (Eigengewebe). Die häufigste Variante einer Rekonstruktion erfolgt durch Implantate. Dabei werden grundsätzlich zwei Schritte vollzogen, wobei noch vor dem Einsetzen des endgültigen Implantats ein Gewebeexpander eingesetzt wird. Ein Expander ist ein zunächst leeres Implantat, welches hinter die Brustmuskeln eingesetzt wird und über einen Zeitraum von etwa 2-3 Monaten langsam mit einer Kochsalzlösung gefüllt wird, bis das zuvor bestimmte Volumen erreicht wird. Ein zweiter Eingriff tauscht den Expander letztendlich gegen das endgültige Implantat aus, welches in der Regel aus Silikon besteht. Der gesamte Eingriff kann jedoch auch mit einem einzigen Schritt durchgeführt werden: Hierbei wird das endgültige Implantat direkt zum Zeitpunkt der Mastektomie eingesetzt, sodass der erste Schritt des Einsetzens eines Expanders übersprungen wird.
  • Die neuen, von der FDA zugelassenen anatomischen, tropfenförmigen Implantate erscheinen natürlicher als die klassischen runden Implantate und weisen ein geringeres Risiko für ein Rippling (Faltenbildung) auf. Ein Allotransplantat oder ein anderweitiges synthetisches Material werden verwendet, um ein möglichst natürliches und ästhetisches Aussehen zu bewirken, schwaches und dünnes Körpergewebe zu kompensieren und eine zusätzliche Schicht zwischen dem Implantat und der Haut zu bilden.
  • Bei einer Eigengewebsrekonstruktion wird die körpereigene Haut, das Eigenfett und teilweise auch Muskeln aus dem Bauch, Rücken (Latissimus), Oberschenkel (Gracilis) oder Gesäß verwendet, um im Vergleich zu Implantaten eine natürlichere Brustrekonstruktion zu erzielen. Nachteile jedoch sind, dass an der Entnahmestelle Narben sowie mögliche Beeinträchtigungen auftreten könnten, die Operation komplexer ist sowie eine Regeneration und damit verbundene Klinikaufenthalte länger andauern.
  • Wird die Brustwarze während der Mastektomie entfernt, so ist eine Brustwarzenrekonstruktion eine mögliche Maßnahme. Um eine vorstehende Brustwarze zu schaffen (kein Gefühl), wird entweder die Brusthaut selbst oder ein Hauttransplantat einer anderen Körperstelle verwendet. Auch ein tätowierter Warzenhof (der pigmentierte Kreis um eine Brustwarze herum) kann überraschend authentisch aussehen.

Prophylaktische Beidseitige Salpingo-Oophorektomie

  • Die prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie reduziert das Erkrankungsrisiko für zukünftigen Eierstockkrebs (in erster Linie Peritonealkrebs) auf 1-2%.
  • Was wäre das ideale Alter? Hier die Antwort: Wenn die betroffene Person 10 Jahre jünger als die jüngste Verwandte mit Eierstockkrebs ist; im Alter von 40 Jahren oder nach Wunsch der Patientin auch früher. Warum jedoch die „10-Jahre-Empfehlung“? Wissenschaftliche Studien ergaben, dass die Verdopplungsrate einer Krebszelle in einem solchen Ausmaß ist, dass die erste Zelle mit hoher Wahrscheinlichkeit 5-8 Jahre vor dem Zeitpunkt mutierte, an dem der Krebs überhaupt entdeckt oder diagnostiziert werden konnte. Die „10-Jahre-Empfehlung“ hat also die Intention, den Krebs bereits vor dem Ausbruch zu stoppen.
  • Ziehen Sie das Einfrieren von Eizellen oder Embryonen im Alter zwischen 30-40 Jahren in Betracht. Die Eizellen sind nicht befruchtet und enthalten lediglich das mütterliche Erbgut. Embryonen hingegen beinhalten sowohl die Eizellen als auch die Samenzelle Die zweitere Option ist für Frauen angemessen, die eine prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie ausgeführt haben wollen, jedoch aus unterschiedlichen Gründen noch keine Schwangerschaft in Betracht ziehen. Hierbei besteht die Möglichkeit, lebensfähige Eizellen/Embryonen erhalten zu lassen, sich einer Salpingo-Oophorektomie zu unterziehen und im weiteren Verlauf der Zeit einen Embryo in ihre intakte Gebärmutter einpflanzen zu lassen.
  • Obwohl es sehr umstritten ist, ermöglicht die Präimplantationsdiagnostik einem BRCA-Träger, diese genetische Mutation nicht weiterzuvererben. Zudem werden Embryonen auf eine BRCA-Mutation untersucht (durch IVF-Techniken), sodass lediglich jene in die Gebärmutter eingepflanzt werden, die keine Mutation aufweisen. Hier jedoch ein Warnhinweis an alle Paare, die beide eine BRCA2-Mutation tragen: Es kann der Fall eintreten, dass das Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% mit zwei fehlerhaften BRCA2-Genen geboren wird, der sogenannten Fancomi-Anämie. Diese Kinder führen ein Leben voller gesundheitlicher Probleme und eines frühen Todes.
  • Es besteht die Möglichkeit, die prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie laparoskopisch durchführen zu lassen. Da der Großteil des Krebsrisikos im Bereich der Eileiter liegt, welcher sich von der Gebärmutter weg und zu den Eierstöcken erstreckt, wird der Erhalt der Gebärmutter als bedenkenlos angesehen. Die Chance, zufällig Krebs in Geweben einer prophylaktischen Salpingo-Oophorektomie zu finden, liegt bei 2-26%.
  • Eine Behandlung mit einer Hormonersatztherapie nach der Salpingo-Oophorektomie hat keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko bei BRCA1- oder BRCA2-MutationsträgerInnen.
  • Wird eine prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie vor den Mastektomien durchgeführt, so reduziert sich das Brustkrebsrisiko auf etwa 68%. Jedoch weisen Studien darauf hin, dass keine Reduzierung des Brustkrebsrisikos vorliegt, wenn eine Salpingo-Oopherektomie nach dem 50. Lebensjahr durchgeführt wird.

Neue Folge: Dr. Neal Barnard bringt Ihren Körper ins Gleichgewicht

dr neal barnard is a guest on cancer-kicking powwow podcast

Cancer-Kicking! PowWow

Dr. Kristi Funk erkundet inspirierende Thriver-Geschichten und spricht mit Gesundheitskriegern, die maßgeblich zur positiven Veränderung beigetragen haben.

Neue Folge
Dr. Neal Barnard bringt Ihren Körper ins Gleichgewicht

dr neal barnard is a guest on cancer-kicking powwow podcast

Fazit

Es kann keine generelle und einheitliche Behandlungsstrategie für BRCA1- und BRCA2-Träger empfohlen werden, da die Entscheidungen von den individuellen Lebensumständen einer jeden Frau abhängen: Ihren persönlichen Erfahrungen, ihren Träumen und Zielen, ihrem „Wesen“, ihren Werten und Überzeugungen.

5 1 vote
Article Rating
, , , , , , , , , ,
Vorheriger Beitrag
Sentinel Lymphknoten Biopsie
Nächster Beitrag
Das Kalifornische Gesetz über Dichtes Brustgewebe
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Menü
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x